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Bookdump 01/2019

Foto vom Buchregal

Mein Ziel für 2019 war es, mindestens 24 Bücher, also im Schnitt 2 Bücher pro Monat, zu lesen. Das Ziel habe ich mit Anfang/Mitte August früher als erwartet erreicht. Mir fehlen leider ein wenig Zeit/Motivation und Praxis für ausführlichere Bücher-Review, und wenn ich es mir nicht gleich aufschreibe, verliere ich auch den Überblick über die bereits gelesenen Bücher. Daher hiermit der Versuch in Form eines Bookdumps, angelehnt an jene wie ich sie von z.B. Julius Plenz kenne und schätze.

Hiermit also ein Zwischenstand über jene Bücher, die ich bisher in diesem Jahr gelesen habe:

Der Preis der Macht, von Lou Lorenz-Dittlbacher. Die Autorin kennt man u.a. aus ZiB2/ORF, ihr Buch gibt einen interessanten Einblick in das Leben von Spitzenpolitikerinnen. Spannende Interviews, gut und flüssig geschrieben, lesenswert.

Neujahr, von Juli Zeh. Die Geschichte von Henning und seinen Panikattacken war mein Einstieg in den Kosmos von Juli Zeh, in dessen Folge ich mir gleich ein weiteres Buch von ihr besorgt habe. Absolut lesenswert.

Die 5 Dysfunktionen eines Teams, von Patrick Lencioni. Eine Leihstellung eines Nachbarn (das einzige Buch das in obigem Foto fehlt). Es geht um Vertrauen, Konflikte, Engagement, Verantwortung, Ergebnis-Orientierung,… Viel no na ned und amerikanischer Stil, ist ein wenig an einen Roman gehalten, kann aber z.B. nicht mit dem “Phoenix Project” von Gene Kim mithalten. Es liest sich aber schnell an einem Abend und ein paar Gedanken zum Reflektieren habe ich dann doch mitgenommen.

Schluss mit Schuld (Unsere Reise zum Holocaust und zurück), von Lisa Gadenstätter und Elisabeth Gollackner. Lisa Gadenstätter kennt man ebenfalls aus dem ORF, und es gibt zum Buch auch einen DOKeins Film, den ich mir nach dem Lesen des Buches angesehen habe. Interessante Zeitzeugengespräche und lesenswert.

Feministin sagt man nicht, von Hanna Herbst. Ein kluges feministisches Buch.

weg, von Doris Knecht. Die Geschichte rund um eine verschwundene Tochter, ihre getrennten Eltern und verschiedene Lebensentwürfe. Die mindestens 3 Rechtschreibfehler sind dann hoffentlich ab der 2. Auflage, zu der es hoffentlich kommt, Vergangenheit.

Jesolo, von Tanja Raich. Depressive Grundstimmung und definitiv lesenswert, aber man sollte es eher nicht – so wie ich es gemacht habe – im Urlaub in Jesolo lesen.

Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid, von Fredrik Backman. Schönes Buch das aufzeigt, dass man nicht immer wie alle anderen sein muss, und vielleicht auch nicht jede(r) so ist, wie er/sie auf den ersten Blick zu sein scheint.

Alte weisse Männer, von Sophie Passmann. Interviews mit Sascha Lobo, Christoph Amend, Robert Habeck, Kai Diekmann, Micky Beisenherz und anderen. Ist schnell gelesen und regt stellenweise zum Nachdenken an.

Plattform und Elementarteilchen, von Michel Houellebecq. Ich wollte mich endlich mal in den Kosmos von Houellebecq begeben, und auch wenn seine Schreibweise stellenweise anstrengend obszön ist, fand ich beide Bücher sehr lesenswert (danke an Bernd Haug für die Beratung zur richtigen Reihenfolge der Bücher :)).

Alle Toten fliegen nach Amerika, von Joachim Meyerhoff. Wunderbares Buch, ich möchte die weiteren Teile unbedingt ebenfalls lesen.

Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes, von Clemens J. Setz. Mir hat Clemens Setz mit seinem “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre” (ein fantastisches Buch!) wieder die Regelmäßigkeit des Buchlesens gebracht und ich musste mir unbedingt mehr von ihm besorgen. Immer wieder blitzt das durch, was ich an Clemens Setz so schätze, aber es kann für mich nicht mit der “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre” mithalten, vor allem weil ich mich mit dem Format der einzelnen (Kurz-)Geschichten nicht wirklich identifizieren konnte. Nichts­des­to­trotz lesenswert.

Gruber geht, von Doris Knecht. Das Buch war mein Einstieg in den Schreibstil von Doris Knecht, kein wirklich bleibender Eindruck, aber ich hab’s gern gelesen.

Warum französische Kinder keine Nervensägen sind, von Pamela Druckerman. Das Buch habe ich über ein Interview mit der Autorin zu ihrem neuen Buch (“Vierzig werden à la parisienne: Hommage ans Erwachsensein”) entdeckt. Selbst wenn man sich nicht mit allen Ansätzen und Vorschlägen identifizieren kann, fand ich das Buch lesenswert und kann es jedem Elternteil empfehlen.

Quasikristalle, von Eva Menasse. Ich kannte und schätze den Stil von Eva Menasse bereits aus ihrem Buch “Tiere für Fortgeschrittene”, und auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht. Das Leben von (Ro)Xane Molin, einer schlechten Verliererin aus einer bürgerlichen Familie, wird aus verschiedenen Blickwinkeln in 13 Kapiteln erzählt. War für mich nicht immer ganz einfach den Namen zu folgen (wer mit wem, wer ist relevant,…) und es gab ein paar schwächere Kapitel, dafür waren einige andere Kapitel umso umwerfender.

Meine wundervolle Buchhandlung, von Petra Hartlieb. Ich wurde über ein Interview mit Frau Hartlieb im Standard auf sie und ihre Buchhandlung aufmerksam. Das kleinformatige Buch liest sich schön und schnell, und gibt einen kleinen Einblick in das harte Leben einer Kleinunternehmerin im Umfeld einer Buchhandlung.

Kurz & Kickl, ihr Spiel mit der Macht, von Helmut Brandstätter. Ich wollte das Buch eigentlich nicht kaufen, nachdem es durch die Medien so gehypt wurde, aber ein Spontankauf im Urlaub in einer meiner Lieblingsbuchhandlungen war stärker als ich. Für mich nicht sonderlich erkenntnisreich, auch wenn es stellenweise geschichtlich interessant war, und das Buch musste wohl extrem dringend in die Druckerpresse, keines meiner Bücher aus 2019 hatte so viele Rechtschreibfehler wie dieses.

Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone, von Mark Haddon. Das Buch wurde in einer Literatursendung von Dirk Stermann als das Lieblingsbuch von ihm und seiner Tochter erwähnt. Wunderschön geschriebener Einblick in das Gedankenleben eines Autisten, werde das Buch sicher mal meinen Kindern auf das Nachtkasterl legen.

Die Daten, die ich rief, von Katharina Nocun. Ich hab das Video zu ihrem Vortrag ‘Archäologische Studien im Datenmüll’ vom 35C3 gesehen und das Buch von einem Bruder vererbt bekommen. Es liest sich leicht und flüssig, bietet einen guten Einstieg in das Thema, man kann es also wunderbar auch Nicht-Technikern in die Hand drücken.

Liebe Mama, ich lebe noch!, von Ernst Gelegs. Entdeckt via Erlesen am 28.05.2019. Die rund 100 Briefe eines Soldaten an seine Mutter und Frau geben einen Einblick in das Kriegsgeschehen. Berührend und lesenswert.

Gebrauchsansweisung für Israel und Palästina, von Martin Schäuble. Für den Fall, dass ich im Zuge der DebConf20 in die Region reisen sollte, war dieses Buch als Einstieg gedacht. Es geht ums Wohnen, Leben, Essen und Trinken sowie die Kultur und den israelisch-palästinensischen Konflikt, ohne dass der Autor zu stark Partei zu ergreifen versucht. Gut geschrieben mit ein paar Tipps die ich mir rausgeschrieben habe.

Ich und die Anderen, von Isolde Charim. Eine Leseempfehlung von Gregor Herrmann, die ich nur weitergeben kann. Die Philosophin Isolde Charim kennt man u.a. von den Kolumnen im Falter, und schreibt klug über die Pluralisierung unserer Gesellschaft. Keine einfache Kost, aber absolut lesenswert.

Vater unser, von Angela Lehner. Entdeckt im Album vom Standard am 08.06.2019. Im Buch geht es um die Ich-Erzählerin Eva, die in das psychiatrische Zentrum des Otto-Wagner-Spitals eingeliefert wird. Sensationelle Formulierungen und wunderschöne Alltagsbeobachtungen, ich habe mich wohlgefühlt wie bei Clemens Setz. Ein fantastisches Buch. Ich hoffe, da kommt noch mehr von Angela Lehner.

PS: Mein Bücherregal ist weiterhin gut mit noch ungelesenen Büchern gefüllt, wer aber Leseempfehlungen für mich hat, bitte gerne an z.B. bookdump (at) michael-prokop.at

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