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Bookdump 01/2021

Foto vom Buchregal

Bücher, die ich in 2021 bisher gelesen habe:

  • Sei Kein Mann, von JJ Bola. Auf 149 Seiten schreibt der Autor und Aktivist JJ Bola über Einflüsse aus nichtwestlichen Traditionen, aus Popkultur und der LGBTQ+-Community und zeigt, wie vielfältig Männlichkeit sein kann. Kluge Worte.
  • Die Katze des Dalai Lama, von David Michie. David Michie hat eine mehrteilige Bücherreihe “die Katze des Dalai Lama” geschrieben, und ist ist der erste Teil dieser Reihe. Auf 268 Seiten buddhistische Gedanken aus dem Blickwinkel einer Katze vermittelt. Das geschieht kurzweilig und ohne belehren zu wollen. Sprachlich sehr anspruchslos und das amerikanische scheint durch, aber ein schöner Einstieg in das Thema Buddhismus.
  • Die Bienen und das Unsichtbare, von Clemens J. Setz. Ich bin als Setz-Fan mit den höchsten Erwartungen an die 407 Seiten gegangen, und wurde nicht enttäuscht. Ein fantastisches Buch, vor allem für all jene, die sich für (konstruierte) Sprachen begeistern können. Klare Leseempfehlung.
  • QualityLand (helle Edition), von Marc-Uwe Kling. Unterhaltsam geschriebene 381 Seiten, die ein ernstes Thema beleuchten. Die Idee mit den Nachnamen ist gut, es gibt Ausflüge zu den drei Gesetzen der Robotik von Asimov und Gedanken zu Freiheit, aber sprachlich hat mich das Buch leider nicht angesprochen, und vieles war mir zu offensichtlich und konstruiert.
  • Tyll, von Daniel Kehlmann. 474 fantastische Seiten über Tyll Ulenspiegel im 17. Jahrhundert. Nach “Die Vermessung der Welt” hatte ich hohe Erwartungen an Kehlmann, und dieser historischer Roman ist auch wieder ganz nach meinem Geschmack – klare Leseempfehlung.
  • Till Eulenspiegel, von Clemens J. Setz. Dieses Buch wollte ich erst nach dem Buch von Kehlmann (siehe oben) lesen. Diese 149 Seiten verarbeiten das Thema von Till Eulenspiegel in einem völlig anderen Stil, aber sehr unterhaltsam und ebenfalls sehr lesenswert.
  • Einspruch!, von Ingrid Brodnig. Besonders im familiären Umfeld neigen einige Debatten doch besonders hitzig zu werden, und Brodnig gibt dafür wichtige Strategien und Tipps mit auf den Weg. Die 144 Seiten sind schnell gelesen, nur schade, dass es keinen Index bzw. Überblick über die angesprochenen Effekte und Phänomene gibt.
  • Ich bleibe hier, von Marco Balzano. Auf 286 Seiten geht es um das Leben in Südtirol von 1925-1950, einen Stausee der Felder und Häuser überfluten wird, Faschismus und Widerstand. Kurzweilig.
  • QualityLand 2.0, von Marc-Uwe Kling. Diese 428 Seiten hätte ich ohne Lesegruppe nicht gelesen. Ein paar schöne Gedankenspiele sind zugegebenermaßen dabei, aber insgesamt war es auch in diesem Teil zu oft vorhersehbar und zu plakativ. Leider nicht mein Geschmack.
  • Das Buch vom Süden, von André Heller. Julian Passauer wächst im Dachgeschoss von Schloss Schönbrunn nach dem 2. Weltkrieg auf, und als LeserIn begleitet man ihn bei seiner Sehnsucht nach dem Süden. Der Duktus von Heller ist unverkennbar, und es finden sich einige sehr schöne und sinnliche Stellen. Aber mir fehlten Tiefgang und ausgebildete Charaktere, so haben mich diese 336 Seiten leider nicht begeistern können.
  • Ich, der Roboter, von Isaac Asimov. Dieser 1950 veröffentlichte Roman beinhaltet auf 303 Seiten neun miteinander versponnene Kurzgeschichten. Ich wollte die Grundregeln der Robotik (AKA Robotergesetze) einmal im “Original” lesen, und es ist zumindest eines der wenigen SF-Werke, die ich bis zum Schluss durchgehalten habe. Obwohl die Hauptfigur eine Frau spielt und das Buch für seine Zeit vermutlich sogar progressiv ist, sind die Geschlechterrollen streckenweise trotzdem nur schwer zu ertragen. Sprachlich gerade noch OK, einige Gedankenspiele und Fragestellungen waren aber doch sehr nett.
  • Because Internet, von Gretchen McCulloch. Ein Buch mit 404 Seiten zum Thema Internet muss eigentlich per Definition gut sein – und das Buch liefert. Die besonders gute Bewertung von Russ Allbery in seiner Rezension hat mich dazu veranlasst, das Buch zu lesen – und ich bereue es kein bisschen. Obwohl ich gemäß der Klassifizierung von McCulloch als “Old Internet Person” gelte, war mir so manches geschichtliches Wissen neu. Der Untertitel “Understanding the New Rules of Language” deutet es bereits an, dass es auch viel um Regeln in der Sprache geht, aber es geht auch um Memes, Emojis und den Wandel von Sprache. Besonders für Kritiker von Emojis eigentlich eine Pflichtlektüre, aber auch für Leute die viel “remote” kommunizieren und Sprachverliebte eine ganz klare Leseempfehlung.
  • 1984, George Orwell. Ich habe vor vielen Jahren 1984 in einer deutschen Übersetzung angefangen zu lesen, die ich aber – aus sprachlichen Gründen – nicht durchgehalten habe. Das Buch ist heuer in mehreren neuen Übersetzungen erschienen, siehe u.a. Wolff bei DTV, Schönfeld bei Insel/Suhrkamp, Fischer bei Nikol, Heibert bei S. Fischer, Haefs bei Manesse und Strümpel bei Anaconda. Ich habe ich mich mit der Übersetzung von Eike Schönfeld erneut an diesen Klassiker gewagt, und diesmal musste ich es nicht bereuen. Eine wunderbare und zeitgemäße Übersetzung, die auf 382 Seiten ein dem Panoptismus entsprechendes Stimmungsbild liefert.
  • Mädchen, Frau etc., von Bernardine Evaristo. Was für eine Wucht von einem Buch. Sprachlich, stilistisch und inhaltlich absolut überzeugend. Ich bin stark versucht, das Original in Englisch zu lesen, obwohl es an der deutschen Übersetzung (507 Seiten) absolut nichts auszusetzen gibt. Unbedingte Leseempfehlung.
  • Komplett Gänsehaut, Sophie Passmann. Auf 173 Seiten reflektiert Passmann uber den Mittelstand, das Bürgertum und Dinge die man nicht besitzt (“Es geht immer um das, was fehlt.“). Es dürfte wohl ein Risotto- und Pizza-Trauma geben, und das ein oder andere mal kann man sich in diesem Generationen-Essay doch ertappt fühlen.
  • Mein Algorithmus und Ich, Daniel Kehlmann. Schlanke 63 Seiten, auf denen Daniel Kehlmann über seinen Besuch im Silicon Valley und seinem Spiel mit der Künstlichen Intelligenz CTRL reflektiert. Schöne Kaffee-Lektüre.
  • Dicht, Stefanie Sargnagel. Ein Coming-of-Age-Roman auf 248 Seiten, in dem es um viel Schabernack geht. Bisher hat mir noch kein Buch so viel Lust auf Dosenbier gemacht, vom Feinsten.
  • Bot – Gespräch ohne Autor, Clemens Setz. Die 160 Seiten sind ungeordnete Texte aus dem elektronischen Tagebuch von Setz. Ein interessantes Format, mit dem ich Anfangs so meine Schwierigkeiten hatte, das aber zunehmend sympathischer wurde.
  • Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht, Andrea Petković. Auf 267 Seiten erfährt man in mehreren Kurzgeschichten einiges über die Lebensgeschichte der Tennis-Profispielerin und Literatur-Freundin Petković. Eine schöne Reflexion einer Spitzensportlerin auf ihre Karriere, die Schattenseiten des Profi und Promi-Lebens im Tenniszirkus. Andrea Petković betreibt übrigens unter “racquetbookclub” auf Instagram einen Lesezirkel.
  • Für mich soll es Neurosen regnen, Peter Wittkamp. Wittkamp versucht auf 316 Seiten die Abgrenzung, wann aus einer Macke ein Zwang wird, erzählt von seinem Ausflug in die Psychiatrie und allerlei rund um seine Zwänge. Der Schreibstil versucht sich locker flockig und amüsant zu geben, die inflationäre Verwendung von “ab und an” könnte aber auf einen weiteren Zwang des Autors hindeuten.
  • Die Vogelstraußtrompete, Clemens J. Setz. 84 Seiten kurzweilige Prosa.
  • Faserland, Christian Kracht. Diese 165 Seiten wollte ich als Vorbereitung für das 2021 erschienene Eurotrash von Kracht lesen. Durchaus faszinierend.

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