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Was ist passiert? - Linux - Windows? - Microsofts Taktik - Links

Was ist passiert?

"Niemand wird je mehr als 640 K Speicher brauchen" - eine Aussage von Bill Gates vor vielen Computerjahren. Gates hat diese Entwicklung der Computer nicht voraussehen wollen oder können. Mit seinen heutigen Betriebssystemen spielt sich unter 128 MB nicht mehr viel "gute" Arbeit ab. Windows XP z.B. sollte eigentlich unendlich viel Speicher eingebaut haben (der dann nur leider nicht mehr angesprochen werden kann ;-)). Seit knapp einem Jahr gibt es den öffentlich ausgetragenen Wettstreit zwischen Microsoft-Anhängern und DEN ANDEREN (unter Ausschluss bzw. Interesse der Medien brodelt es schon viel länger!). Diese "anderen" Leute, die 1337 (leet, Slang für "elite") sein wollen, benutzen Linux, BSD oder gleich Solaris (Apple hat sich mit seiner Arroganz leider bis auf den Bereich der Graphiker beinahe komplett selbst ausgerottet). Es ist halt cool, gegen Microsoft zu sein. Im Gegenzug rollen die militanten Microsoft-Befürworter beim ersten Anzeichen von Kritik ihre "Seht mal, was Bill für uns getan hat und wie einfach sich das alles bedienen lässt"-Transparente aus.

Persönliche Meinung

Ich bin der Meinung, dass jeder Betriebssystem- und/oder Computerinteressierte mehr als nur Windows kenne sollte. Wenn Windows halt von jemandem für besser befindet wird - kein Problem. Wenn es ihm reicht oder wenn er damit zufrieden ist, dann soll er es doch auch nutzen. Aber man sollte auch andere BS kennen (nicht nur gesehen haben!). Ich vergleiche das mit der Musik: Ein "Otto-Normalverbraucher" wird eher die Charts/den Kommerz hören als anspruchsvolle Musik, die er nicht zu schätzen weiß. Der Mainstream wird halt von Nichtkennern bevorzugt. Der Profi oder Musiker wird aber über diese Grenzen hinaussehen, er wird sich auch Musik anhören, die andere überhaupt nicht kennen, mögen oder verstehen. Denn er weiß Qualität zu schätzen, weiß sie auch als Musiker für sich selbst zu nützen. Erst dann kann er Stärken und Schwächen erst richtig einschätzen. Und das gleiche ist auch bei Betriebssystemen.... der Standarduser ist glücklich wenn es funktioniert oder nicht (Windows :-)), der Profi möchte es aber ausreizen und auch mehr als nur Videos am PC schauen ;-)

Wer z.B. Linux kennt, der kennt auch dessen Stärken und Schwächen. Genauso die MAC-, BSD- und Solaris-User. Der eine liebt die Konfigurierbarkeit, der Andere die Skalierbarkeit, und der nächste die GUI.

Ich möchte hier zumindest einmal einen kurzen Überblick geben, was ein paar grundlegende Vorteile von Linux versus Windows sind:

Windows
Linux
Lizenzen für Microsoft-Produkte kosten viel Geld. Updates und Upgrades müssen oftmals für viel Geld durchgeführt werden. Die verschiedensten Distributionen von Linux sind kostenlos erhältlich bzw. für wenig Geld inkl. Handbücher erhältlich und unterstehen der GPL. Updates können dadurch natürlich auch kostenlos durchgeführt werden.
Der Quellcode ist nicht freigegeben und der Workaround bei der Windowsentwicklung verursacht Sicherheitslücken, die folglich schwere Folgen nach sich ziehen können. (Windows hat viele Millionen Zeilen Quellcode, wo keiner mehr weiß was "oben" passiert, wenn man "unten" was verändert.) Der Quellcode ist frei verfügbar. Die neueste Version von FreeBSD z.B. wird nur freigegeben, wenn Sie durchgecheckt ist und keine Sicherheitslücken mehr gefunden werden. Meist nicht-bezahlte Programmierer stellen Patches für neuentdeckte Sicherheitslücken oft noch am selben Tag zur Verfügung.
Da Windows hauptsächlich (bzw. ausschließlich) im graphischen Modus betrieben wird und sehr speicherfressend ist, sind die Anforderungen an die Hardware höher. Linux kann im textbasierten Modus betrieben werden, der grafische Modus kann mit verschiedenen Versionen erfolgen (KDE, GNOME, fvwm, versch. X-Server) und ist selbst auf - für heutige Verhältnisse - alter Hardware ausführbar.
Installation von Software geht relativ einfach. Installation von Software ist je nach Betriebsart durch Paketabhängigkeiten verschieden (apt-get, rpm,...) kompliziert, im Regelfall aber komplizierter als bei Windows.
Deinstallation von Software ist meist nicht sauber --> das Betriebssystem wird träger. Neuinstallationen werden dadurch immer wieder notwendig (meist innerhalb von einem Jahr). Die Deinstallation (abhängig von Distribution und Packetmanager) geht meist sehr sauber vonstatten und das System muss nicht ständig neu aufgesetzt werden. Wenn das System einmal so konfiguriert ist, wie man es haben will, dann läuft es so auch jahrelang.
Sehr gute Benutzerverwaltung, vor allem ab Windows 2000. Viele Einstellmöglichkeiten auch bei Ordner- und Dateirechten (ACL) die zur Zeit von keinem anderen Betriebssystem zu übertreffen sind. Sehr schwierige Benutzerverwaltung sobald es in größere Dimensionen geht, da schwere Überschaubarkeit, bzw. auch nicht so viele Einstellmöglichkeiten bei Rechten, Verboten,....
Programme anderer Firmen können nicht für das Betriebssystem optimiert werden, da kein Quellcode vorhanden ist. (VB ist zwar ein nettes Ding aber natürlich wird das BS damit nicht wirklich ausgereizt.) Programme können an das Betriebsystem perfekt angepaßt werden, bzw. das BS sogar an die Programme, da der Quellcode bekannt ist und verändert werden darf.
Die Monopolstellung von Microsoft kann bzw. wird ausgenutzt - Standards werden nicht eingehalten sondern neu definiert, andere Firmen werden unterdrückt. Monopolstellung nicht möglich, da der Großteil unter der GPL steht, und so eine Monopolisierung von vornherein ausgeschlossen wird.
Klare Definition der Schnittstellen im "Packet Microsoft". Dadurch gibt es keine Probleme bei der Implementierung neuer Technologien - MS kann dann bestimmen wo es lang geht. Allerdings bringt dies auch Gefahren in Richtung Monopol (wie schon erwähnt) mit sich. Das Problem ist bei der Vielzahl an Distributionen, dass es oft keinen gemeinsamen Nenner gibt (KDE <-> GNOME,...). Es gibt zwar den Versuch der Linux Standard Base, wie sich die Situation aber für den User insofern entwickeln wird, ist abzuwarten. Diese Situation hat aber auch Vorteile, da die Auswahlmöglichkeiten erhöht werden und ein Monopol vermieden wird.

Ich denke, dies zeigt einen kleinen Überblick über die Unterschiede von Microsoft und Linux. Wer dazu Literatur sucht, wird dank Google unzählige Websites finden.

Linux - Windows?

Der größte Vorteil von Linux ist meiner Meinung nach jedoch die Internet-Ausrichtung. Mit minimal höherem Administrationsaufwand gegenüber Windows, jedoch zu erheblich niedrigeren Kosten, ist Linux ein Betriebssystem, das für den Internet-Einsatz geradezu prädestiniert ist. Dies zeigt sich spätestens bei Vergleichen der Systemstabilität, Ressourcennutzung und der laufenden Systempflege, bei denen Linux erheblich besser abschneidet. Microsoft selbst spielt in der Öffentlichkeit die Konkurrenz natürlich herunter und sieht offiziell keinerlei Gefahren von Linux ausgehen. Man propagiert sogar die Überlegenheit von Windows gerade im Bereich der Internationalisierung und der Bedienerfreundlichkeit und vergisst bei Vergleichen nie zu sagen, dass Linux dank einer dezentralisierten Entwicklergruppe nie so schnell auf Weiterentwicklungen reagieren kann und es für Windows weit mehr Programme gibt. Dabei ist das ein Trugschluss, da ja Windows-Sicherheitslücken erst öffentlich gemacht werden müssen, und dazu noch an alle Windows-User gehen sollten, natürlich ist dies marketingstrategisch nicht sehr weise, darum werden Sicherheitslücken auch oft übergangen, bzw. absichtlich verschwiegen. Bei Linux dagegen werden Patches meist noch am gleichen Tag, oder zumindest kurz nach der Entdeckung eines Fehlers im BS auf den Homepages der verschiedenen Distributionen oder beim Programmierer des betroffenen Programmes selbst zum Download angeboten. Microsoft hat also wirklich Grund ins Schwitzen zu kommen, wenn die rasante Entwicklung von Linux und Konsorten wirklich in dieser Geschwindigkeit anhält.

Schon heute setzen viele Firmen (z.B. SAP), die bisher ihre professionellen Applikationen ausschließlich unter dem (teuren) UNIX und Windows NT schrieben, auf Portierungen für Linux und es gibt auch noch andere namhafte Firmen, die ihre Programme für Linux portieren oder gar nur für Linux anbieten. IBMs Websphere zum Beispiel basiert auf dem Open Source-Projekt Apache. IBM, der große blaue Riese hat damals bei der Entwicklung schon erkannt, welche Macht hinter Linux steckt und stecken wird.

Microsofts Taktik

Ein weiteres Problem, das noch dazu kommt, ist die äußerst aggressive Taktik Microsofts, in allen möglichen Bereichen die Marktführerschaft zu erkämpfen, bis hin zu millionenschweren Firmenübernahmen und dem Herausdrängen der Konkurrenz durch kostenloses Anbieten von vergleichbarer, eigener Software. Warum gibt es Windows denn bei beinahe jedem Computer dazu (geschenkt)? Weil Microsoft Deals mit den Händlern abschließt, die darauf laufen, wenn der Händler Hardware ohne Windows Betriebssystem verkauft, wird die Hardware für den Kunden teurer! Was das bedeutet ist wohl klar, die Händler werden unter Druck gesetzt bzw. gezwungen, ihre Hardware INKLUSIVE Windows dem Kunden zu verkaufen, ansonsten stellt Microsoft die Kooperation ein, dank ihrer Markmacht kann M$ sich das leider auch leisten.

Marketingpolitik

Diese Taktik bringt jedoch auch das Problem, dass inzwischen viele Nutzer gegenüber der gigantischen Größe und Marktbeherrschung von Microsoft stark verunsichert sind. Schon in mehreren Bereichen haben sich bedenkliche Sicherheitslücken gezeigt, in denen Microsoft-Produkte mehr Daten übertragen, als dem Absender unter Umständen lieb ist. Diese werden von Seiten Microsofts bei ihrer Aufdeckung meist als »bedauerliche Programmierfehler« heruntergespielt, auch wenn nicht selten trotzdem der üble Beigeschmack der Ausspionierung von persönlichen oder vertraulichen Informationen zurückbleibt. Inzwischen hat es den Anschein, als habe Microsoft erkannt, dass Holzhammer-Methoden zwar schnell zum Ziel führen, jedoch auch unbequeme Fragen und lästige Nebenwirkungen aufwerfen: In bisherigen Konkurrenzkämpfen blieben zu auffällig die Leichen zurück und einige Absichten von Microsoft waren zu deutlich, so dass sich Kartellbehörden einschalteten und die marktbeherrschende Stellung von Microsoft näher durchleuchten. Dies war sehr gut im Verfahren bezüglich des in die Windows-Betriebssysteme inkludierten Internet Explorer ersichtlich, da durch diese Maßnahme andere Browser-Anbieter wie Netscape, Opera,... absichtlich ausgeschlossen wurden. Auch der noch immer andauernde Streit zwischen Suns Java-Programmiersprache und Microsofts C# ist kein gutes Zeichen für die momentane Entwicklung am EDV-Markt. (Kleine Anmerkung am Rande: Netscape, Oracle und Sun haben sich vor einiger Zeit zu einem Verband unter dem Namen "ProComp" (Project to Promote Competition and Innovation in the Digital Age) zusammengeschlossen und haben eine gemeinsame Lobbying-Kampagne gestartet, um die Firma Bill Gates' auszuhebeln.)
Wenn man auch in die aktuelle Marketingpolitik von Microsoft schaut bemerkt man, dass Windows XP zu einem gewissen Teil nur eine geniale Strategie im BS-Spiel ist. Die WPA (Windows Produkt Aktivierung) ist vor allem in Europa so stark in den Medien (gewesen), dass hier wieder gilt, "es gibt keine schlechte Werbung". Windows XP ist in aller Munde und Microsoft setzt alles daran, es auch so zu belassen. Windows XP sollte so schnell wie möglich auf den Markt geworfen werden wie nur möglich, da hohe Rechtsstellen und Organisationen, die auf Datenschutz spezialisiert sind viele Prozesse mit Microsoft am Laufen haben. Microsoft wollte durch die schnelle Markteinführung einigen dieser behandelten Themen aus dem Weg gehen, in dem es das diskutierte Produkt vor Meinungseinigkeit dem Benutzer in die Hand wirft.

Kooperation

Microsoft gab sich plötzlich auf vielen Ebenen kooperativ, arbeitet jetzt eifrig in internationalen und firmenübergreifenden Gremien mit und zeigt sich in der Öffentlichkeit durch großzügige Spenden an gemeinnützigen Projekten wohltätig. Die Kritik an Microsoft ist in den USA deutlich geringer, als irgendwo anders auf der Welt. Dies liegt auch daran, dass Bill Gates, Begründer und Chef von Microsoft, für viele Amerikaner den amerikanischen Traum repräsentiert, sich von ganz unten bis nach ganz oben hochgearbeitet zu haben. Viel zu selten wird die Gefahr erkannt, welche von einem marktbeherrschendem Unternehmen ausgehen kann, insbesonders in der hochsensiblen Informationstechnologie. Alle »gemeinnützigen« Aktionen von Microsoft sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit Microsoft ein Unternehmen am Werk ist, das mit aalglatten Methoden arbeitet, um in wichtigen Zukunftsbereichen eine marktbeherrschende Stellung zu statuieren - auf Dauer leider wohl in jedem Fall zum Nachteil des einzelnen Nutzers. Auf Standards-bedachte User können an dieser Stelle leider nur zustimmen - HTML-Mails sollen Standard sein, MS-Office das einzige "Büroprogramm", Multimedia soll überall eingebaut werden wo es nur irgendwie möglich scheint,....

Es ist Microsoft sicher als Verdienst anzurechnen, dass sich der PC in solchem Umfang durchsetzen konnte, wie er es tat. Man sollte aber nicht vergessen, dass der Aufschwung, den dieses Unternehmen genommen hat, eher auf cleverem Geschäftsgebaren beruht als auf technischer Überlegenheit. Microsoft war keinesfalls der Erfinder der grafischen Benutzeroberfläche, selbst DOS war ursprünglich von einer anderen Firma entwickelt worden. Und Windows NT entstand aus der Zusammenarbeit mit OS/2. "Zur richtigen Zeit am richtigen Ort" beschreibt die Entwicklung von Microsoft vielleicht besser als "innovativ".

Know-How von Microsoft

Einer Firma, die laut Schätzungen ca. 90% der Desktop-Betriebssysteme liefert, kann man das Know-How zutrauen, sichere und verlässliche Betriebssysteme und Anwendungsprogramme zu entwickeln. Anscheinend hat Microsoft hieran jedoch kein Interesse, oder zumindest besteht das Interesse des Unternehmens vorrangig darin, seine Marktmacht weiter auszubauen, anstatt seit Jahren bekannte Fehler zu beheben. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sich eine Vielzahl von Bugs in den Betriebsystemen wie in den Anwendungsprogrammen von Version zu Version wiederfinden --> der sogenannte Workaround findet hier statt. Windows besteht aus ~40-60 Millionen Zeilen Quellcode, jede Windowsversion wird einfach nur weiter aufgebläht und Fehler werden mit neuen Zeilen "behoben". So bläht sich das BS auf, ohne die Fehler jemals beseitigt zu haben.

Ein vor einiger Zeit aktuelles Beispiel ist der "I LOVE YOU"-Virus, der ja für einige Furore sorgte. Der Virus ist in seiner Funktionsweise vergleichbar mit dem "Melissa"-Virus. Fehler treten in jeder Software auf. Aber sicherheitsrelevante Fehler wie diese (die überdies mit relativ einfachen Maßnahmen zu beseitigen wären) über mehr als 12 Monate zu vernachlässigen ist angesichts der Ressourcen, die Microsoft zur Verfügung stehen, schon grob fahrlässig. Dabei sind diese VB-Viren nur die Spitze des Eisberges. Gerade die enge Verzahnung der Internet-Programme (v.a. Internet Explorer und Outlook Express) mit dem Betriebssystem eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für die Tüftler unter den Computerfans. Auch die aktuellen Viren unterstützen diese Sicherheitsbedenken.

Doch Microsoft schlaft nicht. Open-Source (kennt heut schon beinahe jedes Kind ;o)) vs. M$ ist die Devise. Mehr dazu von Seiten der "Bösen" war auf microsoft.com zu lesen, aber ich habe den Link nicht mehr gefunden (anscheinend geniert sich MS jetzt dafür), auch im Cache von Google ist nichts mehr zu finden, deswegen habe ich den Artikel hier zur Verfügung gestellt.

Die Antwort auf diesen (meiner Meinung nach lächerlichen und komplett unprofessionellen) Artikel kam von SuSE. Ich finde zwar SuSEs Antwort auch nicht das Gelbe vom Ei (da es nicht ganz im Sinn von Linux ist, sondern der Artikel auf die Distribution von SuSE ausgelegt wurde), aber der Wahrheitsgehalt ist insgesamt doch sehr hoch. Konservierter Artikel

Ein paar interessante Links zum Thema:

Win NT versus UNIX auf deutsch - Win NT versus UNIX auf englisch

Tux.org

Die UNIX versus NT - Organisation

 

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