|
|
![]() |
||||
| Info Person Gallery Computer Internet Fun Sonstiges Sitemap Suche Kontakt | |||||
Quick-Index
Vorwort - Was zeichnet eine gute Rede/Präsentation aus?
Fast jeder muss in seinem Berufsleben einmal eine Rede vor Mitarbeitern, Kollegen oder Chefs halten. Wem die Übung dabei fehlt, der muss sich ein persönliches Konzept neu erarbeiten. Doch selbst jene, die regelmäßig Reden halten, müssen sich immer wieder neue Sachen einfallen lassen und ihre Konzepte auf Vordermann bringen. An dieser Stelle möchte ich einige meiner persönlichen Erfahrungen bei Präsentationen in eine Art Aufzählung bringen.
Man soll sich an seine Umgebung anpassen. Das bedeutet, man soll sich sowohl vom Kleidungsstil als auch in seiner Art an sein Publikum anpassen. Ein Sakko würde im Gasthaus overdressed sein, während eine Jogginghose bei der Gala wohl auch fehl am Platz wäre. Aber auch der Sprachstil ist an das Publikum anzupassen. Wenn ein Techniker vor Managern reden muss, so zählen nicht die Fachbegriffe, sondern seine Mitteilung. Wenn der Techniker aber vor Fachpublikum redet, so soll er auch die Fachbegriffe verwenden (dürfen).
Der Mensch denkt in Einheiten und Strukturen. Auch das Gedächtnis arbeitet nach
gewissen Schemen und Strukturen. Wenn man als Präsentator seine Rede gut gliedert, dann
können die Menschen nicht nur besser zuhören, sondern sie merken sich den Inhalt auch
wesentlich besser.
Wichtig ist dabei eine Untergliederung in Themenkapitel und in
Subkapitel. Das bedeutet man soll Themen auseinanderhalten und diese dann aber auch
untergliedern, soweit dies möglich und sinnvoll ist. Aber Vorsicht ist angesagt, zu viel
Untergliederung kann auch die Struktur unübersichtlich machen!
In der vorher genannten Strukturierung ist auch die "Gewohnheit" zu
beachten. Markante Punkte, Personen, Texte,.... merkt man sich, weil es etwas Einmaliges
ist. Darum soll man seinen persönlichen Redestil nicht künstlich übergehen, sondern
eventuelle Macken wie Wortspiele, -phrasen und Dialekte nicht bewußt vermeiden, sondern
durchaus sinnvoll einsetzen. Ein leichter Touch des persönlichen Dialektes kann durchaus
das gewisse Etwas ausmachen. Der Zuhörer soll an die Stimme und den Redestil gewohnt
werden.
Achtung: Warte-Phrasen wie "äh..." sollen nicht als die einsetzbaren Effekte
betrachtet werden, da sie auch für das Publikum unangenehm werden können. Der Zuhörer
hört ab einem gewissen Grad statt dem eigentlichen Inhalt nur mehr die
"äh".
Ein tödlicher Fehler in einer Rede ist Monotonie. Stellen Sie sich einen Sänger vor,
der nur den gleichen Ton 15 Minuten lang singt, ohne Rhythmuswechsel! Das ist
uninteressant. Deswegen in einer Rede Lautstärkeschwankungen, Tonhöhenwechsel und
verschiedene Redetempi einsetzen. So wird der Zuhörer auf wichtige Stellen aufmerksam
gemacht und nicht ständig überfordert, wie dies z.B. bei einem 60-minütigem Vortrag
durchaus der Fall sein kann. Typischerweise hat bzw. braucht der Mensch alle 7-10 Minuten
eine (kurze) Denkpause!
Vorsicht: auf keinen Fall aber extreme Unterschiede machen, die in das Lächerliche
ausufern. Auch hier soll ein gut gewählter Rahmen angestrebt werden!
Geben Sie ihren Zuhörern Literaturtipps! Wenn ihre Zuhörer kein Interesse an ihrem Thema haben, sind sie sowieso falsch am Platz. Interessierte aber möchten vielleicht durchaus noch mehr wissen, und was ist hilfreicher als ein Literaturtipp von einem Experten? Diese Literaturangaben können sowohl Links im Internet wie auch Verweise auf Bücher, Zeitschriften und Magazine sein - im besten Fall sogar kombiniert von jedem etwas. Ihre Zuhörer werden es Ihnen danken!
Sagen Sie ihren Zuhörern auch, woher Sie ihre News, Zitate und Informationen beziehen. Dies dient nicht nur dazu, dass der Zuhörer sich durch die Quellen weiterbilden kann, sondern Sie verschaffen sich auch Respekt. Denn erzählen kann bald jemand was, aber wenn Informationen von renommierten Quellen und nicht von Klatsch-und-Tratsch-Magazinen kommen, dann sehen ihre Zuhörer in ihnen auch wirklich den kompetenten Mann/Frau den Sie vermutlich auch darstellen wollen.
Für die meisten Menschen sind Zahlen nur unvorstellbare Fakten. Um diese plastischer zu gestalten veranschaulichen Sie diese in Form von Grafiken, Tabellen, Diagrammen und Folien. Auch gute Vergleiche und Sprichworte können in diesem Zusammenhang sinnvoll eingesetzt werden. Ihre Zuhörer werden durch diese Form der Präsentation wesentlich mehr im Gedächtnis behalten. Wiederum Vorsicht: Grafiken nur dann einsetzen, wenn sie auch Sinn machen. Nichtssagende Grafiken die nur des Platzhalters Willen eingesetzt werden richten mehr Schaden als Nutzen an!
Gestalten Sie ihre Rede/Präsentation interaktiv - kommunizieren Sie mit dem Publikum. Stellen Sie Zwischenfragen, ermutigen Sie die Leute, ihnen Fragen zu stellen. Scheuen Sie sich nicht davor, denn wenn einmal einer auf den Dialog mit ihnen eingestiegen ist, werden andere Personen folgen. Und jeder Einzelne wird mit dem Gefühl davongehen, aktiv beigetragen zu haben.
Sprechen Sie deutlich. Hölzeln Sie nicht, stottern Sie nicht und reden Sie laut genug,
sodass auch noch die Zuhörer in der letzten Reihe etwas zu hören bekommen. Eine deutliche
Aussprache sollte genauso selbstverständlich sein, wie die Deutlichkeit des Sprachstils.
Verwenden Sie an den richtigen Stellen die richtigen Worte.
Aber nicht nur die Sprache soll deutlich sein, auch ihre (eventuell vorhandenen) Folien
und Unterlagen. Viele Redner wollen mit bunten Folien auftrumpfen, übersehen dabei aber
den beabsichtigten Nutzen. Halten Sie sich an die Regeln der Farbgebung (maximal 3 Farben
plus Schwarz/Weiß) und wechseln Sie ihr Layout nicht kurzfristig zwischen Folien.
Verwenden Sie alle Medien, die Sie sinnvoll zur Nutzung einsetzen können. Overheadprojektor, Leinwand, Computer, Flip-Chart, Tafel, aber auch Unterlagen, die Sie an das Publikum weiterreichen können. Selbstverständlich nur dann, wenn der Rahmen überschaubar ist. Wenn es gewünscht ist, verwenden Sie auch CD-ROMs und Broschüren, die Sie nach dem Vortrag ausgeben können, so bleiben Sie den Leuten im Gedächtnis hängen!
Machen Sie auf keinen Fall eine sture, auswendig-gelernte Präsentation. Wenn Sie öfters den gleichen Vortrag halten müssen, erarbeiten Sie regelmäßig ein neues Konzept. Nichts ist auf Dauer langweiliger als Monotonie, Eintönigkeit und Gewöhnung. Stellen Sie sich vor, Sie würden sich selbst unterhalten und beziehen Sie dann ganz nebenbei einfach das Publikum mit ein. Sie werden sehen, es macht dann ihnen und dem Publikum mehr Spaß!
Seien Sie spontan. Wenn ihnen ein Zettel runterfallt, ein Stromausfall eintritt, eine Folie verlorengegangen ist - machen Sie das Beste daraus. Versteiftheit nützt in diesem Fall niemandem. Versuchen Sie die Situation locker zu nehmen!