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Was bedeutet W3C-konform? - Lynx - Ein Browser für die Minderheit?

Was bedeutet W3C-konform?

Meine komplette Website ist, wie ganz unten in der rechten Ecke durch die Buttons erkennbar, W3C-konform und -kompatibel. Doch was bedeutet das, vor allem, was hat der User davon?

Das Web ist jetzt eigentlich schon relativ alt. Man könnte annehmen, dass sich jetzt ein Standard für Webdesign etabliert hat, mit dem jeder Browser das anzeigt, was man als solches annehmen sollte. Leider ist das nicht der Fall. Als der Browser-Markt als solcher noch nicht so umkämpft war, und Standards nicht so genau genommen wurden, haben Microsoft und Netscape ihre eigenen Standards geschaffen. Dies hat es seither für Webdesigner sehr schwer gemacht, Seiten in allen Browsern so aussehen zu lassen, wie das beabsichtig ist. Und genau darum ist die W3C Validation so wichtig.

W3C (World Wide Web Consortium) ist ein Konsortium, das die Standards rund um das Internet entwickelt, definiert und dann veröffentlicht. SGML, HTML, XML, all diese Sprachen werden vom W3C überwacht und kontrolliert. W3C ist dabei wie für ein Konsortium typisch, ein Zusammenschluss aus mehreren Organisationen und Firmen. Darunter sind auch Netscape, Microsoft, .....

Wer jetzt Websites entwickelt, verwendet dazu die vom W3C definierten Sprachen. Damit aber diese Standards auch eingehalten werden, gibt es Validatoren, die diesen Quellcode kontrollieren und validieren. Wenn der Standard eingehalten wurde, ist der Quellcode sozusagen fehlerfrei. Was aber hat der User der die Website anschaut von dieser Einhaltung des Standards?

Da HTML & Konsorten nichts anderes als Quellcode einer Sprache sind, muss man zum betrachten dieser Programme verwenden. Browser stellen diese Schnittstelle zwischen Quellcode und Mensch dar. Aber nachdem es viele verschiedene Browser gibt, müssen auch dort Schnittstellen und Standards definiert und eingehalten werden. Statistiken zufolge verwenden über 70% der Internet-User den microsoftschen Internet Explorer als Browser. Microsoft hat in seinem Browser diese Standards des W3C implementiert und leider darüber hinaus sogar eigenständig erweitert. Wenn ein User jetzt eine Website ansurft, bearbeitet sein Browser den Quellcode. Ist der Quellcode stilistisch und syntaktisch falsch oder schlecht programmiert, sieht der User dies in Form von schlechter Positionierung oder gar durch gar keine Anzeige des Inhaltes der Website. Die Aufgabe von Webdesignern aber ist es, den Inhalt bzw. die Website so auszurichten, dass möglichst alle Surfenden diesen wie gewünscht betrachten können. Genau das ist jetzt die Stelle, wo W3C-Konformität einen Stellenwert hat. Da die verschiedenen Browsertypen von der Version (z.B. HTML Version 3 versus Version 4) und der Art (der eine Browser ist fehlerkompatibler als der Andere, der Fehler nicht ignoriert) her unterschiedlich sind, soll trotzdem ein gemeinsamer Nenner - W3C-konforme Seiten - gefunden werden.

Selbstverständlich ist es notwendig, das Medium (in diesem Fall der Browser) an den Kunden anzupassen. Aber denken Sie denn, das ein Besucher eines Schwimmbades die Rutsche an seine Bedürfnisse und Wünsche anpassen muss? Wenn er das überhaupt kann, ist es nicht wichtiger, dass der Schwimmbadbetreiber die Rutsche an die Gäste anpasst, wenn ihm was an diesen liegt? Und genauso sollte es in der Browser- und Webwelt zugehen. Browser sollten dem Webdesigner das geben, was dieser den Usern bieten will.

Durch die Einhaltung dieser Standards, auch bei der Implementierung, wird gesichert, dass die Schwimmbad-Rutsche nicht auf einmal nach oben in einer 180 Grad Linkskurve endet. Glücklicherweise gibt es mittlerweile einige Browser-Firmen, die dies bereits erkannt haben (Opera z.B.). Durch diese Einhaltung der Standards ist es auch möglich, neue Technologien effizient einzusetzen.

Als Beispiel dieser Technologien erwähne ich CSS, wie auf dieser Website auch verwendet. Diese Technologie ist in den heute aktuellen Browsern implementiert, allerdings mit unterschiedlichen Ausprägungen. Meine Website verwendet grundsätzlich CSS 1.0, allerdings ein paar CSS 2-Features, die aber die Browser großteils beherrschen. Wer ganz genau schaut, der kann auch einen Unterschied zwischen den Versionen, verglichen mit Internet Explorer 5.5 und Opera 5.x sehen. Opera hat eine sehr saubere CSS-Implementierung, während der IE sehr ungenau vorgeht.

Vor allem in Hinblick auf die Zukunft sollten die WebUser spezialisierter ins Web gehen. Wenn Techniken wie WAI des W3C weltweit Einzug gefunden haben, und Behinderten (alleine in der EU gibt es über 37 Millionen) der Zugang vereinfacht wird, so müssen Browser-Hersteller auf diese Standards reagieren.

Dessen sollte sich jeder Webdesigner bewusst sein. Wer keine W3C-konformen Websites entwickelt, ist im falschen Business. Der User ist das Ziel, und auch die Browser-Hersteller sollten sich dessen bewusst sein.

Lynx - Ein Browser für die Minderheit?

Sagt ihnen der Browser Lynx etwas? Wenn ja, dann sind Sie vermutlich ein Kommandozeilen-Purist (sehr schön :-)), Sehbehinderter oder Webdesigner. Lynx ist ein textbasierter Browser, der vor allem auf UNIX-basierten Systemen ohne X-Windows-System Einsatz findet. Wie der Name textbasiert schon sagt, unterstützt Lynx keinerlei Grafiken und basiert somit auf reiner Textbasis. (Anmerkung: es gibt noch andere Textbrowser wie z.B. links und w3m, die zum Teil bedeutend besser als lynx sind, allerdings sind links und w3m leider nicht in jener Häufigkeit wie lynx auf Systemen zu finden. Darum sei hier Lynx als Stellvertreter für Konsolen/Textbrowser genommen.)

Lynx ist auch für Windows verfügbar und zumindest das Gefühl sollte jeder kennen, das Web einmal ohne Grafiken, Frames und verschachtelten Tabellen zu erleben. Im Browser Opera kann man zwar das Laden von Bildern abschalten, aber das ungefähre Seitenlayout ist trotzdem verfügbar. In Lynx aber ist man auf den reinen Text angewiesen. Ist dieser Browser jetzt für die Minderheit bestimmt?

Gleich vorweg: Ja! Das Web hat sich heute in eine user-orientierte Umgebung entwickelt. Mit der Weiterentwicklung von Usability, Computer Based Training und Screendesign, hat sich die Webdesign-Branche geändert. War zuerst der Schwerpunkt bei Websites auf den Inhalt bezogen, so zählt heute auch die Präsentation von Information. Der User will einfach und schnell zu Informationen gelangen. User lesen Content am Bildschirm nicht richtig, sondern picken nur Stichwörter als Schlüsselwörter heraus. Diese Technik muss der Webdesigner beachten und Inhalte danach ausrichten. Vor allem das Design muss darauf optimiert werden.
Wenn man sich typische Webpages voll mit Informationen (Manuals, Docs,...) anschaut, glaubt man, dass diese nur mittels Editor entwickelt wurden. Ohne Verwendung von Grafiken und Designtechniken präsentieren diese Seiten den Inhalt. Durch diese textbasierte Darstellung scheinen diese Seiten für Lynx und Konsorten optimiert zu sein, doch ist das zeitgerecht?

In vielen Fällen stehen aufwendige und große Datenbanken hinter der Website. Wenn User nach Informationen verlangen und viel davon wünschen, so soll diese möglichst schnell und einfach ohne Schnickschnack präsentiert werden. Das ist für den User in Ordnung. Doch wenn der User nur aus Spaß auf eine Seite surft oder sich einfach nur ohne finanziellen und beruflichen Hintergrund informieren will, so zählt die Aufbereitung dieses Content.

Jakob Nielsen (anerkannter Webdesign-/Usability-Experte) hat herausgefunden, dass die Konzentration beim Online-Lesen bedeutend geringer ist als beim Lesen einer Zeitung, eines Buches - einem Medium aus Papier. Dies bestätigt sich vor allem, wenn der Beobachtungszeitraum über längere Zeit geht. Darum sollte die Online-Information auch nur ca. 50% der Länge der Papierform betragen.

Die reinen Informationsseiten sind nun sehr technisch orientiert und gehen von einem hohem User-Level aus. Ein KFZ-Mechaniker wird sich nicht für die Implementierung von Pointern in C-Programmen interessieren, wenn er einfach nur seine E-Mails checken und News aus dem Internet beziehen will. Der UNIX-Systemadministrator aber wird diese Seite vielleicht bewusst ansteuern. Und genau da setzt Lynx an!

Lynx ist nichts für die Mehrheit, da sich die Mehrzahl der Personen nicht nur reinen Text sondern auch Präsentation, Aufbereitung, Navigation und Strukturiertheit erwarten. Aber für Systemadministratoren, die oft keine grafische Oberfläche zur Verfügung haben ist Lynx ein wertvolles Tool und jeder Webdesigner sollte seine Website auch mit Lynx testen. Erst dann wird die Bedeutung von ALT-Attributen auch deutlich und man lernt das Web kennen, wie es eine blinde Person durch die Sprachausgabe erlebt.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, ob meine Website auch mit Lynx/Links gut aussieht?! Ich surfe selbst oft mit Lynx und Links und habe die Website mit Internet Explorer 5.5 und 6.0, Netscape Navigator 4.73, 6.01 und 7, Opera 5 bis 7, Konqueror, Galeon, sowie Lynx, w3m und Links unter mehreren Plattformen ausgiebig getestet. Während die Website in IE, NN und Opera ohne Probleme dargestellt wird, ist das Surfen mit NN 4.73, Konqueror und Lynx nicht das gleiche Erlebnis. Die Informationstexte ganz oben auf der Seite sind bei Lynx/Links dank der fehlenden Javascript-Unterstützung nicht vorhanden (ist aber nur ein Zusatz-Feature), bei Lynx, Links und w3m fehlen dazu auch noch sämtliche grafischen Inhalte. Konqueror rendert das CSS manchmal etwas unsauber, das ist zwar für die Benutzung der Website kein Problem, allerdings ist es für das Auge nicht 100%ig optimal. Bei NS 4.73 gibt es an sich auch keine Anzeigeprobleme, nur durch die fehlende CSS-Unterstützung ist das Layout nicht komplett identisch mit der CSS-Version. Die Navigation durch die Website sowie das Lesen von Inhalt ist mit allen Browsern möglich und somit werde ich meiner Philosophie "Design the Web for ALL users" gerecht.

Beachten Sie also als Webdesigner unbedingt, für welches Publikum der Content bestimmt ist. Publikum, das rein Informationen wie zum Beispiel ein Manual wünscht, hat kein Bedürfniss nach Aufbereitung durch "Grafiken hoch 3". Unterhaltungsseiten aber sollten durchaus nicht nur Text, sondern zwischendurch auch Grafiken - die den Lesefluss erleichtern sollen - enthalten.

--> Pflichten für einen Webdesigner

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